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oberursel

Das Herzklopfen des Big Apple

Ted Witek fotografierte New York "im Vorübergehen"
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Ted Witek liebt die Details, die dem flüchtigen Betrachter oftmals gar nicht ins Auge springen. Die "Poesie der kleinen Dinge" hält er mit seiner Kamera fest. (Foto: Monika Müller)
Oberursel · 12. Dezember · New York, keine andere Stadt hat so viele Gegensätze. Nachdenklich sitzt Ted Witek am Tisch in einem Oberurseler Café, versucht zu erklären, was ihn an New York so fasziniert. Seine Fotos vom "Big Apple" sind Momentaufnahmen, Augenblicke, die er festhalten will, Spiele mit Licht und Schatten, Aufnahmen im Vorübergehen. Die Ausstellung im Artcafé ist seine dritte in diesem Jahr.

Der gebürtige Amerikaner lebt seit drei Jahren in Oberursel. Mit seiner Frau und den drei Töchtern ist er nach Deutschland gezogen, um hier für ein deutsches Pharmaunternehmen zu arbeiten. Er ist für den amerikanischen Markt zuständig.

Witek hat akademische Abschlüsse in Naturwissenschaften, Gesundheitswesen und "Business". Zur Fotografie kam er schon als kleiner Junge. Er machte Sportaufnahmen, fotografierte ein in seiner Heimat Connecticut spielendes Fußballteam. Sein Vater schenkte ihm daraufhin eine Dunkelkammerausrüstung. Witek begann, seine Fotos selbst zu entwickeln.

Studium und Beruf waren der Grund für eine "künstlerische Schaffenspause", und die drei Töchter dann der Grund, sich wieder der Fotografie zu widmen. Beruflich hatte er viel in New York zu tun. Er verlor sein Herz an diesen Moloch, der in jedem Licht anders wirkt, der unzählige Motive für denjenigen bereit hält, der aus einer "anderen Sichtweise" schauen kann, wie er sagt. "Manche Fotos entstanden auf dem Weg zur U-Bahn oder beim Warten auf das Taxi", erzählt er. Manche zeigen die überwältigende Architektur, manche nur einen Schriftzug oder ein Stück Grünanlage, doch immer sind die Blickwinkel etwas Besonderes, zeigen "das unruhige Herzklopfen" der "Stadt, die niemals schläft".

"Die Unterschiede innerhalb eines Blocks sind so groß wie in keiner anderen Stadt", erzählt er. Man müsse sich nur die Zeit nehmen, sie zu entdecken. Faszinierend ist für den Fotografen der Flohmarkt von Chelsea, wo einige seiner Fotos entstanden sind. "Du siehst innerhalb einer Stunde die ganze Welt", beschreibt er das samstägliche Treiben dort. Er ist Autodidakt, arbeitet mit einer Nikon F 100, hat immer eine Pocketkamera dabei, mit der er auch einige seiner Ausstellungbilder fotografierte. Die digitale Fotografie überlässt er den Töchtern.

Als der Umzug nach Deutschland anstand musste er sich entscheiden, was mit sollte nach Europa. Er durchforstete seine Fotos unter diesem Aspekt - und entdeckte sie neu. Einen großen Teil nahm er mit.

Es war die Idee seiner Frau, einige der Bilder im American Women's Club auszustellen. Die Ausstellung kam so gut an, dass er im Sommer auch in seiner Heimat Connecticut ausgestellt hat und jetzt in Oberursel an die Öffentlichkeit geht. Er selbst sagt zu seinen Bildern: "Es ist eine Sache, Dinge anders zu betrachten, aber es ist eine andere, das auch einzufangen." Dieses zu versuchen sei seine Passion.

Die Ausstellung im Artcafé Macondo, Strackgasse 14, ist bis zum 23. Januar zu sehen.
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