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Brum: Der Epinayplatz wird grüner

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Bürgermeister Hans-Georg Brum (49) hat in den nächsten Jahren viel vor mit Oberursel. Er will die Fußgängerzone schöner machen und für ein besseres Parkplatz-Konzept sorgen. Foto: Heiko Rhode
Von vielen Menschen wird der Epinayplatz nach wie vor als viel zu kahl empfunden – das wurde neulich in unserer Umfrage deutlich. Auch die baldige Schließung des Sporthauses Taunus bewegt die Gemüter der Oberurseler. Die TZ-Redakteurinnen Anke Hille brecht und Martina Jensong haben Bürgermeister Hans-Georg Brum (SPD) zur Zukunft der Innenstadt befragt.

Herr Brum, oft wirkt der Epinayplatz wie ausgestorben. Warum kommt mit dem neuen Wohn- und Geschäftshaus am Epinayplatz denn keine weitere Außengastronomie auf den Platz?

BRUM: Auch ich finde, dass am Epinayplatz etwas geschehen muss. Dort ist alles zu betoniert, zu kahl. Der Platz wird von den Bürgern nicht angenommen. Wichtig ist, für mehr Belebung zu sorgen und den Platz städtebaulich aufzuwerten. Ein wesentlicher Schritt ist die Ansiedlung eines Wohn- und Geschäftshauses. Wir versprechen uns dadurch eine wesentlich höhere Frequenz auf dem Platz. Ein großer Lebensmittelmarkt wird im Keller des Hauses untergebracht. Auch eine weitere Außengastronomie ist auf dem Platz vorgesehen. Ob dies vor dem neuen Gebäude oder an anderer Stelle geschieht, muss noch geklärt werden. Wegen der Zugänge zum Markt mit Rolltreppen vom Holzweg und vom Epinayplatz könnte es da Probleme geben.

Wir haben mehrere weitere Optionen für eine Außengastronomie. Wir planen auch eine sehr viel stärkere Begrünung des Platzes. Im nächsten Frühjahr wollen wir dies im Rahmen eines Gesamtkonzeptes in Verbindung mit dem neuen Gebäude realisieren. Nur das hat Sinn.

Klagen gibt es auch immer wieder über die Parkgebühren in Oberursel. Sie werden als zu hoch kritisiert. Auch Sie hatten sich im Wahlkampf dafür aus gesprochen, dass die erste halbe Stunde Parken kostenfrei sein sollte. Wie lange müssen die Bürger noch darauf warten?

BRUM: Wir haben mit Fokus O. Einvernehmen über ein Grundkonzept, um das Parken in der Innenstadt attraktiver machen. Wir sind uns bewusst, dass das Parken ein wesentlicher Faktor bei der Belebung ist. Ich hoffe, dass die städtischen Gremien zum Herbst unser Konzept verabschieden, das die erste halbe Stunde freies Parken in den Parkhäusern und günstige Kurzzeitparkplätze in den Außenbereichen beinhaltet. Da sind aber noch einige Verhandlungen notwendig.

Es klang eben bereits an, dass die Stadt gemeinsam mit Fokus O. ein Konzept für die Innenstadt entwickelt, um den Standort attraktiver zu machen. Was muss sich ändern, welche Maßnahmen sind geplant?

BRUM: Das Konzept beinhaltet außer Parken und Markt unter anderem Punkte wie Sauberkeit und Sicherheit, Stadtmöblierung, städtebauliche Maßnahmen, ein Service-Konzept sowie kommunikative Maßnahmen. Ein Gang durch die Vorstadt wird zurzeit wegen der im öffentlichen Raum ausgestellten Waren und Werbeträger zum Hindernislauf. Es fällt auf, dass Bänke, Blumenkästen, Papierkörbe alt und verloddert sind und nicht zusammenpassen. Hier wollen wir gemeinsam mit Fokus O. neue Impulse setzen. Wir wollen aber keine Gestaltungssatzung, sondern im Einvernehmen mit den Geschäftsleuten für ein schöneres Innenstadtbild sorgen. Dazu gehört auch mehr Sauberkeit.

Als bekannt wurde, dass das Sporthaus Taunus schließt, hat die Stadt gleich angeboten, bei der Vermarktung zu helfen. Viel scheint bis jetzt nicht passiert zu sein.

BRUM: Das ist nicht richtig. Als Stadt können wir nur vermittelnd eingreifen und vernünftige Rahmenbedingungen schaffen. Dies tun wir mit einem aktiven Flächenmanagement. Mit einer Reihe bekannter Ketten hat die Wirtschaftsförderung Kontakt aufgenommen, um deren Interesse für Oberursel zu wecken und Anforderungen für eine Ansiedlung in der Oberurseler Innenstadt in Erfahrung zu bringen. Erste Gespräche sind geführt. Wir haben ein überraschend großes Interesse an Oberursel festgestellt. Und wir haben Kontakte hergestellt zwischen den Eigentümern – und zwar nicht nur dem des Sporthauses – und möglichen Interessenten. Hier kann die Wirtschaftsförderung der Stadt als eine Clearingstelle wesentliche Hilfestellung leisten.

Wenn mehr und mehr Ketten in die Innenstadt kommen, besteht dann nicht auch die Gefahr, dass Oberursel als Einkaufsstadt austauschbar wird?

BRUM: Da haben Sie Recht. Mit der Zunahme internationaler und nationaler Ketten verliert die Innenstadt an Identität und wird anonymer. Dies ist aber allgemein das Problem. Unsere Innenstadt verfügt derzeit noch über viele Inhabergeschäfte, die den Charakter auch sehr stark prägen. Unser Ziel ist es, die Oberurseler Geschäfte, soweit es geht, zu halten und auch Neugründungen zu unterstützen. Aber der Trend zeigt in die andere Richtung. Wir haben auch den Eindruck, dass sich alteingesessene Ladenbesitzer als Einzelkämpfer immer schwerer halten können. Weggänge können häufig nicht kompensiert werden. Daher muss dieser Weg, Ketten in Oberursel anzusiedeln, von uns beschritten werden und ist alternativlos.

Wird der Wochenmarkt verlegt?

BRUM: Meine Vorschläge hierzu liegen seit einigen Monaten auf dem Tisch. Ich habe versucht, größtmögliches Einvernehmen zwischen den Parteien herzustellen. Mein Ziel wäre es, zumindest den Mittwochsmarkt, der am Marktplatz derzeit dahinvegetiert, auf den Rathausvorplatz zu verlegen. Und ich hoffe, dass dazu die städtischen Gremien im frühen Herbst auch eine entsprechende Entscheidung treffen.

Mir geht es darum, dass, wenn der Samstagsmarkt auf dem Marktplatz bleibt – wovon angesichts der derzeitigen Kräfteverhältnisse auszugehen ist – wir durch Veranstaltungen in der Innenstadt die Attraktivität der Einkaufsstraßen erhöhen. Das Artcafé Macondo hat mit dem «Sommer in der Strackgasse» hierfür ein gutes Beispiel gegeben. So etwas wollen wir mit der Wirtschaftsförderung schrittweise aufbauen. Außerdem wollen wir das Angebot auf dem Wochenmarkt etwas ausweiten. Zurzeit ist es ja ein reiner Frischemarkt. Wir wollen dort künftig auch Gastronomie ermöglichen, so dass beispielsweise ein Metzger auch mal eine Wurst braten kann.

Sie sind inzwischen ein Dreivierteljahr im Amt. Was haben Sie Ihrer Meinung nach in dieser Zeit verändert?

BRUM: Das Dreivierteljahr war notwendig, um die Voraussetzungen für eine vernünftige Zusammenarbeit in der neuen politischen Konstellation zu schaffen. Wir haben einen intensiven Prozess der Verständigung betrieben zwischen Parteien, Fraktionen und dem neuen Bürgermeister. Anfänglich hat man sich doch sehr misstrauisch beäugt und das Klima für eine gute Zusammenarbeit herrschte noch nicht. Beim Klima haben wir wesentliche Fortschritte gemacht, das sind gute Voraussetzungen für die Zukunft.

Und was haben Sie außer klimatischen Veränderungen erreicht?

BRUM: Ein weiterer wichtiger Punkt war die Verständigung über die Flächenentwicklung der Stadt. Es ist uns gelungen, einen Konsens darüber herzustellen, in welchen Bereichen die Stadt noch wachsen soll. Und dies ist gelungen, trotz extrem gegensätzlicher Vorstellungen. Hierbei musste auch ich Kompromisse machen, aber ich konnte weitgehend meine Vorstellungen durchsetzen. Wir sind bei den Planungen für den Toom-Markt einen wesentlichen Schritt vorangekommen. Der Planungsverband hat die erneute Offenlage beschlossen und damit das Projekt vorangebracht. Ein weiterer Punkt sind die Fortschritte beim Epinayplatz. Die Vertragsunterzeichnung ist nun für Anfang September vorgesehen.

Ein wesentlicher Punkt war auch der Umbau der Stadtverwaltung, der zunächst auch nicht ganz reibungslos vor sich ging und den wir jetzt zu einem erfolgreichen Abschluss bringen, beispielsweise, dass wir jetzt eine arbeitsfähige Wirtschaftsförderung haben. Wir werden ein aktives Flächenmanagement betreiben, das es in der Form bisher nicht gab. Hierzu gehört vor allem das Recycling von nicht optimal genutzten Flächen.

An welche Flächen denken Sie denn dabei?

BRUM: An den Bereich hinter der Stadthalle, das frühere Polizei-Gelände und den Rompel-Parkplatz.

Für das Gelände hinter der Stadthalle war doch auch einmal ein Hotel im Gespräch . . .

BRUM: Für diese Nutzung ist das Gelände wahrscheinlich zu klein, zumal wir die Übergänge zur Altstadt beachten müssen. Städtebaulich ist das ein sehr sensibler Bereich, in dem man durch allzu forsche Planerwünsche auch viel kaputtmachen kann. Die Idee eines Hotels für die Innenstadt ist nicht aufgegeben. Derzeit ist es aber auch nicht ganz einfach, einen geeigneten Investor für ein Hotelprojekt zu finden.
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