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Urlaub daheim hat begonnen

Oberursel. Sie nennen sich „Wilde Stecher“, „Baywatch Boys“, „Noah’s Ärsche“ und „Roter Oktober“. Und sie haben nur ein Ziel: Die gegnerische Mannschaft ins Wasser des Maasgrundweihers zu befördern, selbst trocken zu bleiben und den großen, grünen Frosch mit nach Hause zu nehmen. Die Rede ist von den Teilnehmern des fünften Oberurseler Fischerstechens, und der große, grüne Frosch sitzt als Figur auf dem Siegerpokal.

„Die Idee des Fischerstechens ist ein bisschen abgekupfert vom Homburger Sommer“, gibt Clemens Metzdorf, Pressesprecher des Vereins Kunstgriff, der das Spektakel organisiert, zu. Von Beginn an ist es aber die große Auftaktveranstaltung des Orscheler Sommers, der in Zusammenarbeit mit dem Jugendring ausgerichtet wird.

Platsch, da liegt der erste Stecher bereits im trüben Wasser. Es ist einer von den „Orscheler Seeigeln“, den der Frontmann der Jusos von „Roter Oktober“ mit der Stange einfach von seiner Plattform gehoben hat. Jeweils drei Leute gehören zu einem Team. Zwei rudern, einer steht barfuß auf einem Podest und hält eine 2,50 Meter lange Stahlstange, die an einem Ende mit einem weichen Luftball versehen ist. Damit soll der Stecher der gegnerischen Mannschaft von der Plattform gestoßen werden.

Eben starten „Noah’s Ärsche“ vom linken Ufer und die „Camp Kings“ vom rechten. Vorsichtig manövrieren die beiden Teams aufeinander zu. Die Stangen kreuzen sich und die Stecher kommen sich gefährlich nahe, da driften sie wieder auseinander. Markus Hertle, der den Spaß moderiert, ruft den rudernden Frauen der „Camp Kings“ in ihren Königsroben zu: „Auf geht’s, Ihr seid doch Könige und keine Camper!“ Doch es hilft alles nichts: König Roland, der als Stecher im Team agierte, geht samt Hermelin baden und das Publikum applaudiert dazu. Klitschnass erklimmt er das Ufer. Hertle ruft: „Der König ist tot – es lebe der König!“ Dagmar John und Katharina Kliszczynski von den „Camp Kings“ nehmen’s mit Humor: „Die ,Ärsche‘ waren einfach besser.“

Weiter geht’s mit den als Piraten verkleideten „Wilden Stechern“. Mit einem lauten zähnefletschenden „Grrrrrrr“ besteigen sie ihr „Piratenschiff“. „Es gibt auch einen Preis für das schönste Kostüm, da ist dieses Team sicher in der engeren Wahl“, meint Metzdorf. Am Uferrand treffen derweil mehr und mehr Zuschauer ein. Decken werden ausgebreitet, um den samstäglichen Familienausflug bequem zu gestalten. Doch es sind auch Biergarnituren aufgestellt.

Der Verein Kunstgriff verkauft Fischbrötchen und selbst gebackenen Kuchen für den kleinen oder größeren Hunger, zudem Kaffee, Wasser und Bier für trockene Kehlen. „Dieses Jahr verpflegen wir in Eigenregie, um die Vereinskasse zu füllen und Speisen und Getränke zu Vereinspreisen abgeben zu können“, erklärt Metzdorf. Im vorigen Jahr habe das „Alt-Orscheler Brauhaus“ das Catering übernommen, dies sei jedoch vielen zu teuer gewesen.

Auf einem Banner am Sonnensegel eines Standes steht: „Orscheler Sommer ist Urlaub daheim“. Besser könnte das fröhliche Treiben am Maasgrundweiher nicht zusammengefasst werden. Am Ende nehmen „Camp Kings“ Könige den Preis für das originellste Kostüm und die Kerbeburschen aus Orschel im zweiten Jahr in Folge den Sieger-Pokal entgegen. Zweiter werden die „Bembelstecher“ der Straußwirtschaft „Alt Orschel“. Der dritte und vierte Platz wird zwischen dem Team des Artcafés Macondo und den Jungs vom „Roten Oktober“ durch ein Wettrudern entschieden, da keiner der beiden Stecher den anderen von der Plattform stoßen konnte. Dabei wird „Macondo“ dritter und „Roter Oktober“ vierter.
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