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Taunuszeitung vom 27.09.2025
Oberurseler wagen erste oder zweite Schritte in die Literatur
Oberursel. Wer sich in ein Buch vertieft hat, der ist nach der Lektre nicht mehr der gleiche Mensch wie zuvor. Dieser berzeugung ist Barbara Hhfeld, Vorsitzende der Literaturgesellschaft Hessen. Bcher wrden den Leser nmlich zum Nachdenken zum Fhlen bringen. "Je mehr Leute lesen und schreiben, desto mehr verstehen sie die Welt", sagte sie gestern zur Erffnung der Hessischen Literaturtage 2003 in der Oberurseler Stadtbcherei.

Doch nicht nur zum Lesen und Schreiben soll die Veranstaltungsreihe anregen, sie will auch die Beziehungen zwischen Literatur, Musik und Kunst aufzeigen. So werden zur Erffnung der Ausstellung mit Arbeiten der Malgemeinschaft "Knstler in Oberursel" heute Abend auch Werke der Lyrikerin Sonja Rudorf zu hren sein. Die Veranstaltung in der Stadtbcherei, Eppsteiner Strae, beginnt um 18 Uhr. Was haben Literatur und Kunst gemeinsam, wie unterscheiden sie sich? Diesen Fragen will Jean-Christophe Ammann am morgigen Sonntag in der Stadthalle nachgehen. Beginn ist um 11 Uhr. Auch die Musik spielt bei mehreren Lesungen eine wichtige Rolle.

"Wenn verschiedene Kunstrichtungen miteinander verbunden werden, wird es besonders anregend", wei Lothar M. Wachter, Vorsitzender des Oberurseler Kulturkreises. Sein Verein untersttzt die Literaturgesellschaft, ebenso wie die Stadt, bei der Ausrichtung der Literaturtage. "Spannende Stunden" verspricht sich auch Stadtkmmerer Peter Schneider (CDU) von der Veranstaltungsreihe. Und Claudia Hannes, Leiterin der Stadtbcherei freut sich besonders darber, dass der 100. Geburtstag der Bcherei zum Anlass genommen wurde, die Literaturtage in Oberursel auszurichten.

Diese sollen auch die Mglichkeit bieten, mit Autoren ins Gesprch zu kommen, die noch nicht so bekannt sind. "Ein Gnter Grass macht noch keine Literatur", wei Hhfeld. Mglichst vielen Schriftstellern ein Forum zu bieten, das ist daher ein Ziel der Literaturtage. "Ermutigen Sie diejenigen, die ihre ersten oder zweiten Schritte in die Literatur wagen", forderte die Autorin ihre Zuhrer auf und lud sie zu einem Besuch im Artcaf Macondo (Strackgasse) ein, in dem heute von 15 Uhr an ein "offenes Mikro fr alle" eingerichtet wird. Junge Autoren zu frdern, auch das haben sich die Veranstalter vorgenommen. Zum dritten Mal verleiht die Literaturgesellschaft den Gerhard-Beier-Preis. Heute Vormittag werden gleich mehrere Autoren im Oberurseler Rathaus ausgezeichnet. Beginn ist um 11 Uhr.

Denken, fhlen, mitteilen, hren das sind die Verben, die Hhfeld mit Literatur verbindet. Erkenntnis erwerbe man nicht im Internet mahnte sie. Und sie erinnerte daran, dass Zusammenhnge verstehen zu knnen, wichtig fr eine Gesellschaft sei. "Denn in einer Demokratie trgt jeder Einzelne Verantwortung." (mj)
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